Depesche: Bayer-Urteil mit Implikationen für Novartis

Tageswoche und BaZ leiten beide eine Nachricht weiter, nach welcher der Pharmakonzern Bayer von einem indischen Gericht zur ersten erzwungenen Patentabtretung in Indiens Geschichte verurteilt wurde. Ärzte ohne Grenzen begrüsst den Schritt als „Präzedenzfall […], der uns Hoffnung macht“. (Durch das Urteil verbilligt sich das Medikament um fast 97%; von 5500 auf 175$ pro Monat.) In der lokalen Berichterstattung fehlt allerdings der – aus Basler Sicht – wichtigste Teil: Von keiner der beiden Basler Zeitungen werden die offensichtlichen Parallelen zum Fall Novartis erwähnt.

NACHTRAG VOM 14.3.2012: Heute hat die BaZ in der Printausgabe (S. 12 (!), Wirtschaftsteil) im Zuge der Berichterstattung über den analogen Bayer-Fall die Implikationen für Novartis erwähnt. Der Beitrag trägt den klar Stellung beziehenden Titel „Böses Omen für Novartis“, dementprechend werden auch die möglichen Konsequenzen der Verhandlung kaum ausgeführt: Keine Rede ist von den Konsequenzen für jene, die auf die Medikamente angewiesen sind. (Es sei z.B. an die Schlagzeile von The Hindu erinnert: „Ein Sieg von Novartis könnte für Millionen den Tod bedeuten“) Übrig bleibt in der BaZ die wahrheitsverzerrende Formulierung, dass „Hilfsorganisationen“ sich eine „bessere  Versorgung der breiten Bevölkerung mit Medikamenten erhoffen“.

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