Platzmangel in Basel – Wagenplatz zur Illegalität gezwungen?

In Basel herrscht Platzmangel, eine ganz exklusive Form von Platzmangel sogar. An Platz mangelt es nämlich nicht für gut betuchtes Messepublikum, für Luxuswohnungen, oder für Prunkbauten der hiesigen Grosskonzerne. Nur ausgewählte Kreise kommen in den Genuss dieser Mangelerscheinung; Strasssenmusiker und die Bewohner des Wagenplatzes etwa.

Nachdem die Strassenmusiker zu Beginn dieses Monats ihren beinahe-Platzverweis in Form einer neuen, stellenweise kafkaesken, Verordnung abbekamen, steht nun der Wagenplatz vor dem Aus. Ein Gespräch am 8. März brachte keine Klärung und das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man die diesbezügliche Mitteilung der Wagenplätzler liest. Ursprünglich war der Termin angesetzt, um endgültig zwischen Stadt, Grundstücksbesitzerin und dem Wagenplatz eine Lösung zu finden. Doch der vermeintlich runde Tisch diente anscheinend bloss dazu, den Leuten vom Wagenplatz einen Entscheid zu verkünden, der schon vorher feststand: Der Wagenplatz muss weg; weit weg am besten… wie wär’s mit Baselland?

<<Das Treffen entpuppte sich als reine Alibiübung>> [Quelle: „wagenplatz in existenz bedroht“, Link siehe unten.]

An dieser Stelle soll nicht erklärt werden, was der Wagenplatz tun sollte, was er zu sagen hat, oder wie man ihn unterstützen kann; das wissen seine Bewohner am besten. Deshalb sei stattdessen jedem der Besuch der Seite des Wagenplatzes und dort die Lektüre der bereits erwähnten Mitteilung mit dem Titel <<wagenplatz in existenz bedroht! die basler regierung vernichtet alle perspektiven auf einen wagenplatz in ihrer stadt>> empfohlen.

„Grosse“ Menschen brauchen Platz

<<Die Leute sind seriös. Die ‹grossen› Menschen geben nicht viel; nur die anderen, die weniger haben.>> [Strassenmusiker Shimer über Basel, Basellandschaftliche Zeitung vom 21.6.2006, S. 27.]

Basel preist sich gerne mit seiner Weltoffenheit, Solidarität und Kulturfreundlichkeit. Während die Bevölkerung diese Werte in vielen alltäglichen Gesten vorlebt, sind es für Politiker und andere „grosse“ Leute nur zweckdienliche Werbelügen. Die Leute vom Wagenplatz nahmen diese Slogans ernst und fanden sich in <<einer Stadt, die uns ein halbes Jahr lang Unterstützung vorgaukelt, uns in Wahrheit aber weg haben will.>> wieder. Es bleibt festzuhalten: Solange „grosse Menschen“ unsere Politik bestimmen, wird wenig Platz für andere bleiben.

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2 Antworten zu Platzmangel in Basel – Wagenplatz zur Illegalität gezwungen?

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